Die Urlaubsfresse

Wer kennt es nicht: Auf ging es mit viel oder wenig Sachen; Rolli oder Kraxe; per Daumen oder Kreuzfahrtschiff; mit oder ohne Geld; auf der Flucht oder voll in Freiheit; weg, raus und rein in die Welt. Zwischen Sonnenbrand und Sternenhimmel, Pina Colada und Kamelreiten überfällt einen plötzlich die ungeschminkte Herrlichkeit!

Rosige outdoor Backen und ein von der Sonne geküsster Teint strahlen aus dem seltenen Spiegel heraus. Alles gedeiht prächtig und präsentiert sich übertrieben vital. Pudelwohl geben Körper und Seele sich High five. Selig tragen wir das verballerte Grinsen, das Salz in den Haaren und wenn’s geht, auch noch den Flip-Flop am Fuße nach Hause.

Dann die Ankunft am Flughafen. Stolz präsentiert sich die „Urlaubsfresse“ den wartenden Weißkäsen. Mit Sack und Pack behängt, die Frisur verwegen, geben wir gern ein abenteuerliches Bild in der U-Bahn ab. Hach, wir haben viel von der Welt gesehen! Zu Hause wollen wir, genüsslich den Exoten mimend, unsere eingefleischte Urlaubsbekleidung noch anbehalten. Uns zwar duschen, aber bitte nicht die Reise-Aura dabei einbüßen.

Höchstens zwei Wochen hält das Strahlen an. Dann ist man wieder erloschen, hat keinen Strandsand mehr in den Ohren und verabschiedet seine Bikiniabdrücke. Über die geschichtsträchtigen Kratzer und Narben aus dem Unterholz redet keiner mehr ausschweifend. Der Alpaka-Schal vom Latino-Markt wurde längst an den Nagel gehängt und bis zum nächsten Ausflug hat einen die Zivilisation wieder – „Alltagsfresse“.

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2 Gedanken zu “Die Urlaubsfresse

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